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Artikelnummer 4541
Verfügbarkeit

AUSTRIA: IDENTITY CARD ISSUED IN OCCUPIED VIENNA (FACHLER, ALBERT - 1951)

Ausweis issued in occupied Vienna on 27 June 1951.  Like Berlin, the city was divided among the four occupying authorities.  There is a stamp on the front page indicating residence in the 4th District, which was under Russian occupation until 1955.  The statistics of the card's holder had to be filled out four times, identically in German, French, English and Russian.  Thus, the document consisted of 6 pages (the first two of which are shown here).  The holder of this document was 27 at the time of its issuance.

Die Alliierte Besatzung bezeichnet die Zeit ab 1945; sie begann mit dem Einmarsch der alliierten sowjetischen, US-amerikanischen, französischen und britischen Truppen in Österreich und endete 1955 als die alliierten Besatzungsmächte das Land verließen und die Unterzeichnung des Staatsvertrages die Souveränität Österreichs wieder herstellte. Zuvor war nach Verhandlungen zwischen der Sowjetunion, den USA und Großbritannien in der Moskauer Deklaration vom 30. Oktober 1943 noch während des Zweiten Weltkriegs festgelegt worden, wie mit Österreich nach Kriegsende verfahren werden sollte: Das Land sollte unabhängig von Deutschland als eigener Staat bestehen, jedoch bis dies geregelt war von den Alliierten besetzt und verwaltet werden. Nachdem sowjetische Truppen Wien und Teile Ostösterreichs ab März/April 1945 eingenommen hatten, war ihr Ziel, unter den Marschällen Rodion Jakowlewitsch Malinowski und Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin eine Zivilverwaltung in den von ihnen besetzten Regionen des Landes sowie in Wien unter der Mitarbeit von Österreicherinnen und Österreichern einzusetzen. Grundlage dafür war die "Provisorische Verordnung über Kriegskommandanturen auf dem durch sowjetische Truppen eingenommenen Territorium Österreichs". Weiters sollte die Gesetzgebung des Nationalsozialismus außer Kraft gesetzt und eine Normalisierung der Situation wiederhergestellt werden. Wien war in den ersten Monaten nach Kriegsende zur Gänze vom sowjetischen Teil der Alliierten besetzt. Dort wurde eine provisorische Stadtverwaltung unter dem Kommunisten Rudolf Prikryl als Bürgermeister eingesetzt.

Nachdem die US-amerikanischen, britischen und französischen Alliierten von westlicher Seite im April und Mai 1945 nachfolgten, ging die staatliche Kontrolle vollständig auf die alliierten Besatzer über. Ihre Ziele waren die Versorgung der Bevölkerung und die Wiederherstellung von Normalität, Ordnung und der am Ende des Zweiten Weltkriegs zusammengebrochenen Zentralverwaltung Österreichs. Das alliierte Kontrollsystem wurde durch das Erste Kontrollabkommen vom 4. Juli 1945, das Abkommen betreffend die Besatzungszonen und die Verwaltung der Stadt Wien vom 9. Juli 1945, das Memorandum des Alliierten Rates vom 11. September 1945 und das Zweite Kontrollabkommen vom 28. Juni 1946 geregelt.  Gemäß dem Zonenabkommen wurde Österreich in vier Besatzungszonen verwaltet: Die französische Zone erstreckte sich über Vorarlberg und Tirol, die britische über die Steiermark und Kärnten (mit Osttirol), die US-amerikanische über Salzburg und Oberösterreich (ohne das Mühlviertel) und die sowjetische über das Burgenland, das Mühlviertel und Niederösterreich (ohne Wien in den Grenzen von 1937). Im Dezember 1945 waren in Österreich 200.000 Sowjetrussen, 47.000 US-Amerikaner, 65.000 Briten und 25.000 Franzosen stationiert; die Zahlen für Wien schwankten.

Die Verwaltung Wiens erfolgte in vier verschiedenen Zonen. Die Bezirke zwei, vier, zehn, 20, 21 und 22 bildeten den sowjetischen Sektor, die Bezirke sieben, acht, neun, 17, 18 und 19 den US-amerikanischen, die Bezirke sechs, 14, 15 und 16 den französischen und die Bezirke drei, fünf, elf, zwölf und 13 den britischen. Zusätzlich wurde die Innere Stadt als Interalliierte Zone von allen vier Besatzungsmächten verwaltet. Die Übernahme der Sektoren durch die westlichen Alliierten fand am 1. September 1945 statt. Neben der politischen Verwaltung setzten sich die alliierten Besatzungsmächte weiters mit wirtschaftlichen Aspekten wie der Frage nach Reparationen und der Verwaltung von deutschem Eigentum und der Entnazifizierung Österreichs auseinander. Somit war auch der Alltag der Bevölkerung, der in der Nachkriegszeit durch Wiederaufbau und Probleme bei der Ernährung sowie der gesundheitlichen und sanitären Versorgung der Bevölkerung geprägt war, während der Besatzung maßgeblich durch die Kontrolle der Alliierten bestimmt. Beispielsweise wurden die Rundfunksender erst 1954 in eine österreichische Verwaltung übergeben. Die Verwaltung der Alliierten wurde durch das Memorandum des Alliierten Rates und das Zweite Kontrollabkommen schrittweise abgebaut und eine österreichische Regierung, die jedoch weiterhin unter der Kontrolle der Besatzung stand, eingesetzt. Somit setzte ab 1947 auf Grundlage des Zweiten Kontrollabkommens eine gewisse Normalisierung der Situation ein.

Within days of the end of the fighting,  i.e.,  in April 1945 still, the provisional city government was constituted and the political parties re-emerged. The situation of the city was far from encouraging. More than 20 percent of the housing stock was partly or completely destroyed, almost 87,000 flats had become uninhabitable. In the urban area, more than 3,000 bomb craters were counted, many bridges were in shambles, sewers, gas and water pipes had suffered severe damage. The imperative of the immediate postwar period was to solve the most basic problems and get the city back to some degree of working order. The political context was no less complicated. The Allied Occupation Forces refused to accept the Nazis' territorial expansion. The bottom line was that those districts which had existed until 1938 were divided into four Allied zones. The inner-city district was administered by all four powers, as the so-called "Inter-allied Zone". Districts 22 - 26, namely the 97 Lower Austrian communities which had been merged with Vienna in October 1938, were considered to form part of Lower Austria and came under Soviet control.  

In November 1945 the first City Council elections were held in Vienna, and the city was restored to democracy. The 100 seats of the Vienna City Council were divided among the Socialists (58 seats), the People's Party, or Conservatives (36 seats), and the Communists (6 seats). The first and foremost priorities of the new city government were to ensure welfare programs for the young and the elderly, to repair the city-owned utilities and rebuild the city - altogether a program that continued essentially until the early 1960s.  As early as 1946 the so-called "Territorial Review Act" (Gebietsänderungsgesetz) was passed, aimed at more or less repealing the 1938 expansion of the city. Approval by the Allied Occupation Forces was withheld for eight years, since the Soviet forces in particular balked, so that it did not come into effect until 1954. Since then the urban area has comprised 23 districts. Compared to the pre-1938 situation, the territory that now forms the 22nd district north of the Danube and the 23rd district at the southern extremity of the urban area has been part of Vienna. A year later, in May 1955, the country was restored to freedom through the conclusion of the "Austrian State Treaty" ("Staatsvertrag"). In Vienna the economy took a decisive turn for the better, not least as a result of assistance granted under the Marshall Plan but also because confiscations of industrial property by the Soviets ceased.